Der Weltacker Nürnberg – mein grünes Wohnzimmer, Lernfeld und Ort für kleine Abenteuer Der Weltacker Nürnberg begleitet mich beruflich seit seiner Entstehung 2022. Spätestens seit der ersten Saison 2023 weiß ich, wie viel Potential an diesem Ort steckt. Ein Ort, an dem man lernt, wächst, lacht, stolpert, weitermacht und am Ende des Tages dankbar ist, ein Teil davon zu sein. Jedes Jahr bin ich durch die Arbeit am Weltacker ein bisschen klüger und umso verliebter in diese grüne Wohlfühloase. Dass mich ein Stück Ackerboden mal so sehr faszinieren würde, hätte ich nicht für möglich gehalten. Doch mittler- weile entdecke ich jedes Jahr etwas Neues. Pflanzen, von deren Existenz ich vor drei Jahren noch nichts wusste; ökologische Zusammenhänge, die mir die Augen geöffnet haben; und natürlich die 17 Nachhaltigkeitsziele, die ich mittlerweile im Schlaf aufsagen könnte. Der Weltacker ist ein Ort, an dem Wissen buchstäblich wächst. Und dies nicht nur bei den Personen , die dort arbeiten, sondern auch bei Besuchenden, die ein oder zwei Mal oder sogar täglich auf ihrer Gassi- oder Spaziergehrunde vorbeischauen. auf der Straße. Mittlerweile kennt man uns dort schon und jedes Mal entsteht ein kleines Schwätzchen, wie denn der Acker so läuft. Unvergessen auch die Tage, an denen wir im strömenden Regen ein Yamsbeet gebaut haben und dann kiloweise Sand hineingeschaufelt haben. Binnen Minuten waren wir klitsch- nass, der Boden matschiger als ein Schokoladenpudding, aber den Spaß konnte uns (zum größten Teil) keiner nehmen. Oder unsere kleinen oder großen Arbeitsmalheure, über die wir heute herzhaft lachen können. Von widerspenstigen Ma- schinen über Sicheln, die schärfer waren als gedacht, oder Vorschlaghämmer, die einfach nicht so wollten wie wir. Aber wie sagt man so schön? Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und bei uns fallen manchmal eben ein paar mehr. Aber mit einem großartigen Ergebnis: einem wundervollen Acker. Und dann gibt es diese stillen Momente: Wenn wir nach einem langen Arbeitstag einfach dasitzen, den Sonnenuntergang beobachten, den Acker betrachten und spüren, wie stolz wir sind auf das, was wir geleistet haben. Diese Abende sind Gold wert. Kleine Atempausen im großen Trubel. Und dann sind da die Geschichten, die hinter dem Weizen- feld passieren, jene kleinen und großen Momente, die man nie vergisst und die manchmal im Moment gar nicht so prägnant erscheinen, aber doch für mich zu Marmeladen- glasmomenten geworden sind. Egal, ob unsere Besucher*innen nur kurz vorbeischauen oder mehrere Stunden bei uns verbringen: Jede Begegnung ist anders. Manche sind tiefgründig, manche lustig, manche überraschend und genau das liebe ich daran. Die Mischung. Die Vielfalt. Die Menschen. Zum Beispiel unsere Anfang des Jahres häufigen Sperrmüll-Ausflüge: Anne, unsere Gärtnerin, die seit diesem Jahr hervorragende Arbeit auf dem Weltacker leistet, und ich, auf dem Las- tenrad, vollgepackt bis nichts mehr ging. Aufgesattelt mit alten Möbeln und weggeworfenen Tannenbäumen, welche unerklärlicherweise bei uns auf dem Weltacker die Win- tersaison über gelandet sind. Hatten wir so unseren Spaß Und für diejenigen von euch, die nicht wissen, was der Welt- acker überhaupt macht: Wir zeigen auf 2000m² Fläche, was auf der Welt wächst, in welchem Verhältnis was angebaut wird (eine Miniaturdarstellung der weltweiten Landwirt- schaft) und warum nachhaltiges Handeln und Konsumieren uns alle betrifft. Und ganz nebenbei nehmen wir euch mit in unsere Welt, in die Welt des Ackers, die so viel bunter und lebendiger ist, als viele denken. – 42 –